Willkommen auf der Webseite des Projektes Digital Plato

Die Rezeption des platonischen Oeuvres in der Antike ist vielfältig und noch nicht annähernd vollständig erforscht.

Das durch die VolkswagenStiftung geförderte Projekt Digital Plato hat zum Ziel, die Nachwirkung und Rezeption des platonischen Werkes in der antiken griechischen Literatur anhand einer Zusammenstellung der Textstellen zu erschließen, an denen Platon paraphrasiert wird.

Auf der Grundlage existierender Ansätze aus dem Bereich der Paraphrasing Technology und der vielfältigen digital vorliegenden Sekundärmaterialien zu dem Platonischen Werk und der altgriechischen Literatur soll eine Paraphrasensuche entwickelt werden, die bei der Recherche auf Zitaten, Synonymen, angrenzende Termini und äquivalenten oder kombinierbaren Elemente im Corpus Platonicum aufbaut und, ggf. über eine ‚Klassifikation‘ von im nachplatonischen antiken griechischen Schrifttum enthaltenen Sätzen bzw. zusammenhängenden Sätzen in Bezug auf die Platonische Begriffswelt, das Auffinden indirekter Zitate und nicht-wörtlicher Paraphrasen ermöglicht.

Der so erstellte Paraphrasen-Thesaurus wird der Öffentlichkeit insbesondere über ein Web-Portal mit angepassten Such- und Einstellungsmöglichkeiten zugänglich gemacht, die eine explorative Analyse der Nachwirkung und Rezeption des Platonischen Werkes in der antiken griechischen Literatur ermöglichen.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zudem auf andere Fragestellungen aus der Philosophie und Literaturgeschichte übertragbar sein. Sie sollen die Grundlage dafür bilden, dass auch in anderen Epochen nach der Durchdringung großer Textkorpora mit gelehrten oder ironischen Anspielungen gesucht werden kann. Weiterhin möchten wir einen Beitrag zur Differenzierung des Paraphrasenbegriffs in der Informatik und Computerlinguistik leisten, die sich aus der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Funktionen von Paraphrasen in der rhetorischen Tradition von Metaphrase, Paraphrase und Allusion ergibt.

Digital Plato ist ein Verbundprojekt mit Projektpartnern aus der Klassischen Philologie (Prof. Dr. Sier, Universität Leipzig), der Alten Geschichte (Prof. Dr. Schubert, Universität Leipzig), der Korpuslinguistik (Prof. Dr. Scharloth, TU Dresden) und der Informatik (Prof. Dr. Molitor / Dr. Ritter, Universität Halle-Wittenberg). Das Projekt wird im Rahmen der Förderschiene „Offen - für Außergewöhnliches“ der VolkswagenStiftung gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt 3 Jahre (2016-2019).